Nietzsche and The Wagners Part II

Im Oktober 2017 haben wir ein Konzert mit der Band Nietzsche and The Wagners abgesagt, unser Statement hierzu findet ihr unter [1] verlinkt.

So weit, so gut, wir haben hier außer einem kleinen Shitstorm auch nicht mit weiteren Konsequenzen gerechnet, das Ganze war ja (unserer Meinung nach) auch gut recherchiert und begründet. Anscheinend haben wir jedoch einen wunden Punkt getroffen.

Im Mai 2018 hatten wir eine Unterlassungsaufforderung der Band im Briefkasten, die mit dem bürokratischen Papiertiger „DSGVO“ aka Datenschutzgrundverordnung begründet war. Darin wurden wir aufgefordert das öffentliche Statement zu löschen, da es personenbezogene Daten enthalte. Ein befreundeter Jura-Student konnte nach einmaligem Lesen schon eine juristische Bestandslosigkeit attestieren, entsprechend haben wir diese Aufforderung erfolgreich ignoriert.

Der zweite Versuch uns dazu zu bringen, unsere Rechercheergebnisse offline zu nehmen, kam im September 2018: Wir erhielten eine Vorladung der Polizeidirektion Leipzig, da wir wegen des Statements eine Verleumdungsklage am Hals hatten. Hier hatten wir (selbst) mit einem Anwalt Rücksprache gehalten - Das Ergebnis: Die Anzeige ist ebenfalls hinfällig und das Verfahren wird aller Wahrscheinlichkeit nach eingestellt. Vor ein paar Wochen erhielten wir Post von der Staatsanwaltschaft und voilà – die Anzeige wurde fallen gelassen.

Was lernen wir aus der Geschichte:

  • Nietzsche and the Wagners sind wohl leicht zu provozieren

  • Mit ihrem Selbstbild als Anarchisten haben ihre Versuche, ein kleines selbstverwaltetes Projekt wegen einer Kritik an ihrem Umgang mit NSBM- und Neofolkbands zu verklagen, wenig zu tun.

Damit anderen Projekten der ganze Stress und die Auseinandersetzung mit dieser Truppe erspart bleibt, freuen wir uns, wenn beide Statements öffentlich verbreitet werden.

[1] http://bildet-laeden.de/1835/unser-statement-zur-konzertabsage-fur-nietzsche-and-the-wagners/

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12.12. Konzert: Klostein + Amokdrang + Schaisze + hangry


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18.01. Solikonzert für die Initiative #keineMehr + Vortag

Konzert ab 21:30

Toylettes (Punk / Berlin) https://toylettes.bandcamp.com/album/tape-on-vinyl

Bass Sick Shit (Punk /  Berlin + Schweinfurt) https://soundcloud.com/user-348894127

Alien Pacenta (HC-Punk / Leipzig) https://alienplacenta1.bandcamp.com/

Vortrag 19:00

Die feministische Internationale: Ni una menos; non una di meno; keine mehr

Entstehung Forderungen Plan

2016 gab es in Argentinien einen feministischen Generalstreik. Grund dafür war die Straflosigkeit bei der Gerichtsverhandlung im Fall eines Mordes an einer Frau, einem Femizid. Der Streik fand im Namen Ni una menos, Keine weniger statt. Die Feminist*innen in Italien, Mexiko, Spanien und Polen haben dieses Engagement für die jeweils eigenen Länder aufgegriffen und damit ein weltweites Netzwerk aufgebaut. Sexistische Strukturen bedeuten in allen Ländern eine tolerierte Akzeptanz der Unterdrückung oder Ermordung von Frauen. Im Namen des Patriarchats. Dagegen wendet sich die feministische Internationale. Im Herbst 2017 hat die feministische Bewegung Non una di Meno in Italien ausgehend von einem kollektiven Schreibprozess ein Manifest veröffentlicht. Es analysiert die Strukturen im italienischen Staat und hält die notwendigenVeränderungen und Forderungen fest, um Gewalt in all ihren (strukturellen) Ausmaßen entgegenwirken zu können.

Mit der Übersetzung wollen wir auf die Arbeit der Italienerinnen aufbauend Inspiration finden und Forderungen für den spezifisch deutschen Kontext entwickeln und diskutieren:

Dieser Plan ist keine Bitte um Hilfe, sondern ein Instrument des Kampfes und eine Zusammenschrift von Forderungen. Er ist ein Dokument mit Vorschlägen zum Handeln. Dieser Plan fordert jede* dazu auf, sich selbst zu positionieren, “partire da sé”, also von sich selbst ausgehend an einem Prozess der radikalen Transformation von Gesellschaft, Kultur, Wirtschaft, Beziehungen und Bildung teilzunehmen, um eine gewaltfreie Gesellschaft aufzubauen, die frei ist von männlicher und geschlechtsspezifischer Gewalt. Wir sind viele, wir haben uns organisiert - und werden damit weitermachen - wir haben jetzt einen Plan. Wenige und schlecht verteilte Ressourcen werden nicht reichen, um die Auswirkungen der Gewalt in ihrer Struktur zu bekämpfen, wir fordern mehr und werden es uns nehmen. Wir haben eine gemeinsame Stimme gefunden und wir werden nicht aufhören, sie zu benutzen.

Wir haben einen Plan und wir sind die Kraft, um ihn umzusetzen.“ (Auszug aus dem italienischen Manifest „Wir haben einen Plan“)

Eine Veranstaltung mit den Übersetzerinnen Merle Dyroff, Rina Schmeing und Marlene Pardeller und der Initiative #keinemehr

Bei dieser Veranstaltung bleibt das Atari bis auf den Raucher*innen-Raum rauchfrei.

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Fr. 08.12.17 Konzert: Bechamel + The Lost Jobs + support


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Unser Statement zur Konzertabsage für ‘Nietzsche and the Wagners’

Letzte Woche wurden wir auf ein Interview mit Nietzsche and the Wagners, die das Konzert, das am
21. Oktober im Atari stattfinden sollte, veranstalten, aufmerksam gemacht. [1] In diesem Interview
hatte sich die Band unter anderem positiv auf Death in June bezogen. Diese gelten als Pioniere des
Neofolk, die auch Zeit ihres Bestehens immer wieder positiven Bezug auf faschistische Ideologien
genommen haben.
Beispiele gefällig? Der Name Death in June bezieht sich wahrscheinlich auf den Todesmonat Ernst
Röhms, der im Juni 1934 wegen eines angeblich bevorstehenden Putschversuches getötet wurde.
Noch dazu nutzt die Band einen SS Totenkopf als Logo. Sänger Douglas Pearce sagt zur
Verwendung dieses Symbols: „Es zeigt den totalen Einsatz. Und es zeigt deinen Feinden, dass sie
nicht toleriert werden“. Neben dieser positiven Bezugnahme auf den deutschen Faschismus bieten
sich mehr als genug Kritikpunkte, weshalb wir nicht verstehen können, wieso sich Menschen, die
sich als anarchistisch bezeichnen positiv auf Bands wie Death in June beziehen. Sei es, dass Pearce
die neofaschistischen kroatischen HOS-Milizen (die sich in Tradition der Faschistischen Ustascha
Bewegung, die im Zweiten Weltkrieg mit den Deutschen zusammenarbeitete, sahen) unterstützte,
dass er in SS Uniform auftrat oder sie das Horst-Wessel-Lied vertont haben [Song: Brown Book].
Ebenfalls erwähnten sie in dem Interview sich auf einem Sonne Hagal Konzert im chemnitzer
Bunker-Club kennengelernt zu haben. Laut Recherchen aus chemnitzer Antifakontexten waren auf
diesem Konzert auch viele offensichtlich erkennbare Nazis. [2] Da sich die Bandmitglieder positiv
auf dieses Konzert beziehen, gehen wir davon aus, dass sie sich an dem Publikum nicht gestört
haben, was aus antifaschistischer Perspektive auf eine rechtsoffene Einstellung schließen lässt.
Weitere Recherchen ergaben, dass Vlad P. auch in der Black Metal Band Darkestrah spielt, die
wiederum sowohl bei No Colours Records, die Platten der NSBM Band Absurd veröffentlichten, als
auch bei Osmose Productions, die den kompletten Backkatalog der NSBM Band Nokturnal Mortum
2011 wiederveröffentlichten, herausbrachten. Darkestrah veröffentlichten 2013 und 2016 Alben
über Osmose.[3]
Dass sich, wie Vlad P. in unserem Gespräch beteuerte, Darkestrah aus politischen Gründen
öffentlich von No Colours Records distanziert hätten, ist in einer einfachen Online-Recherche nicht
nachzuvollziehen. Auch ein angebliches Interview, in dem sich Nietzsche and the Wagners explizit
von rechtem Gedankengut und eben solchen Bands distanzieren würden, und welches man schnell
im Internet finden könne, ist im Gegensatz zum Interview mit Die Seele nicht auffindbar.
Mit Blick auf diese Verstrickungen luden wir die Band letzten Montag zu unserem Plenum ein um
sie mit den Vorwürfen zu konfrontieren. Doch die Auseinandersetzung mit unserer Kritik endete
leider in einer sehr defensiven Haltung ihrerseits. Anstatt Kritikpunkte einzuräumen begannen
Nietzsche and the Wagners eine lange Diskussion über Musik und Politik unter anderem mit dem
Versuch Politik und Ästhetik als klar trennbar darzustellen. Für uns als Projekt ist jedoch klar:
beides ist nicht zu trennen, außerdem steht der politische Aspekt im Vordergrund. Bis eine für uns
erkennbare klare Distanzierung und kritische Auseinandersetzung mit der Ästehtisierung rechter
Ideologie stattfindet, sind Veranstaltungen mit Nietzsche and the Wagners - und selbstverständlich
auch anderen Künstler*innen, die sich positiv auf neonazistische Musik beziehen und der Grauzone
keine klare Kante zeigen - für uns nicht mit dem Selbstverständnis des Atari als politisches
Ladenprojekt vereinbar. An dieser Stelle sei auch noch einmal erwähnt, dass wir Nietzsche and the
Wagners weder rechtes Gedankengut noch Sympathien zur Rechten unterstellen möchten.
Allerdings trägt ein positiver Bezug auf Bands wie Death in June massiv zu einer Normalisierungdes Verhaltens ihnen gegenüber bei, das Selbe gilt auch für eine Zusammenarbeit mit Labels wie
Osmose.
Nietzsche and the Wagners haben gestern Abend im Zuge der Absage auch ein Statement
veröffentlicht auf das wir an dieser Stelle noch kurz eingehen wollen. [4] Zum einen ist es zwar
schön und lobenswert, dass ihre Vorfahren im Zweiten Weltkrieg gegen den Faschismus gekämpft
haben, dies trifft jedoch erst einmal keine Aussage über ihre politische Gesinnung. Unseres Wissens
ist Antifaschismus weder genetisch bedingt noch vererbbar, genauso wenig sind jüdische Vorfahren
ein Argument, mit dem der Kritik die wir formulieren begegnet werden kann.
Ebenso wenig möchten wir in eine Linie mit autoritärem Sozialismus gestellt werden wenn wir eine
Band damit konfrontieren, dass sie indirekt Gedankengut affirmieren. Das ist unserer Meinung nach
meilenweit von dem, was wir als einen emanzipatorischen Anspruch bezeichnen würden, entfernt.
In diesem Sinne - Sorry an alle Menschen, die sich auf das Konzert gefreut haben. Nächstes mal
recherchieren wir früher, versprochen.
1 http://www.dieseele.net/…/interview-with-nietzsche-and-wagn…
2 http://aak.blogsport.de/…/da-haette-ich-auch-meinen-sa-man…/
3 https://www.discogs.com/artist/810566-Darkestrah
4 https://de-de.facebook.com/natwband/posts/1746782471998806
zum weiterlesen: https://jule.linxxnet.de/…/runen-und-manner-kunst-ist-kuns…/

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15.-19.05.2017 Bauwoche

Hallo,

bis 19.05. werden keine Veranstaltungen im Atari stattfinden. Dafür sind wir gerade dabei den Laden wieder etwas herzurichten und würden uns dabei immer wieder auch über neue Helfer*innen freuen!

Wenn euch auch etwas am Laden liegt und ihr euch irgendwie einbringen wollt könnt ihr gerne einfach vorbeikommen. Der nächste Bau-Einsatz ist morgen, 17.05. ab 13:00 Uhr.

D.I.Y. statt reiner Konsumraum!

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10.04.17 Vortrag zur Frauenbewegung in Kurdistan 19:00


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10.02.17 Konzert: ‘No Weather Talks + Wrest + Rrrums


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28.01.17 Konzert: Drecksch, Makato-o, It’s everyone else


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Sa. 21.01.17 Konzert: Drawn to lines + Higgsino


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