Lesung mit anschließender Diskusion zu dem Buch “Krieg in den Städten”

Lange Jahre war dieser Klassiker der Jugendsozialforschung vergriffen. Nun hat das Archiv der Jugendkulturen ihn in der eigenen Verlagsreihe wieder aufgelegt. „Krieg in den Städten“ erschien erstmals 1991 – liest sich jedoch, als wäre es eine Großreportage über die letzten Jahre und Monate. Die Beschreibungen haben kaum etwas von ihrer Aktualität eingebüßt. Und an den Problemen der Jugendlichen, am Versagen der Politik und an der Spaltung der
Gesellschaft hat sich in 21 Jahren ernüchternd wenig geändert.

Zur Neuerscheinung wurde „Krieg in den Städten“ um rund 40 Seiten erweitert. Ein Essay widmet sich den Entwicklungen seit 1991 bis heute. Dieser thematisiert den völkischen Terror, die Verschärfung der Verteilungskämpfe und die Radikalisierung der Mittelschichten. Er kritisiert die Umdeutung sozialer Fragen in vermeintlich religiöse. Und er stellt die Blasiertheit der privilegierten (bio)deutschen „Generation Golf“ den Nöten und Abstiegskämpfen der multiethnischen „Generation Krieg in den Städten“ gegenüber. Damit wird erstmals die soziale und ethnische Spaltung einer Generation näher beschrieben, die heute um die 40 Jahre alt ist. In den nächsten Jahren wird sie die Schalthebel der Macht übernehmen. „Krieg in den Städten“ zeigt: Es besteht kein Anlass zu all zu großem Optimismus.

Danach gibts noch Paty (D N B) mit:

Giggling Siblings (La Libertad)
Recorder (Black Red)
das Zirkuskind (päng)
DJ Mix (5000)
Panzerfee (aka Rophon, Le.)